SPD hält Expertenrat für rein wahltaktische Alibiübung

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MdL Dr. Frank Mentrup: „Die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft ist seit zehn Jahren bekannt. Es mangelt also nicht an Erkenntnissen, sondern am Handeln der Regierung“

Als eine rein wahltaktische Alibiübung bewertet die SPD-Landtagsfraktion den heute von Kultusministerin Schick vorgestellten Expertenrat „Herkunft und Bildungserfolg“. „Die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft ist seit zehn Jahren bekannt. Es mangelt also nicht an Erkenntnissen, sondern am Handeln der Regierung“, sagte SPD-Bildungssprecher Dr. Frank Mentrup.

Immerhin empfinde es mittlerweile auch die CDU/FDP-Regierung als himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass der Bildungserfolg in Baden-Württemberg wie in fast keinem anderen Land in derart starkem Maße von der sozialen Herkunft eines jungen Menschen abhänge. Bildungspolitische Gegenmaßnahmen hätte man allerdings schon längst auf den Weg bringen können, ja müssen, weil bereits die allererste PISA-Studie aus dem Jahr 2000 diesen Befund zutage gefördert habe.

Auch in zahlreichen Publikationen eben jener renommierten Wissenschaftler, die nun in den Expertenrat der Landesregierung berufen worden seien, könne man seit Jahren zum Zusammenhang von „Herkunft und Bildungserfolg“ empirische Befunde, Hinweise auf Ursachen und Handlungsvorschläge nachlesen.

Für Mentrup liegt es auf der Hand, mit welchen Maßnahmen gegengesteuert werden muss. Die Landesregierung müsse endlich die Rahmenbedingungen in den Kindertageseinrichtungen verbessern, damit diese den Orientierungsplan flächendeckend und qualitativ hochwertig umsetzen könnten. Dazu gehöre auch die Sprachförderung von Anfang an. „Anschließend muss die Sprachförderung in den Grundschulen konsequent und in der Verantwortung des Landes fortgeführt werden und darf nicht wie heute von zufälligen Finanzierungsmodellen vor Ort abhängen“, forderte Mentrup.

Er verwies aber gleichzeitig darauf, dass die im internationalen Vergleich in Baden-Württemberg frühe Aufteilung der Kinder nach der 4. Grundschulklasse auf verschiedene Schularten unmittelbar mit der Verstärkung der Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der Herkunft zusammenhänge.

„Auch der neue Expertenrat wird sich, wenn er seinem Namen Ehre machen will, nicht um die Frage herum mogeln können, ob die frühe Trennung der Kinder in verschiedene Schularten nicht doch ein zentraler Hemmschuh für die Gleichheit der Bildungschancen und für bessere Schulleistungen ist“, betonte Mentrup.

 
 

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