Licht und Schatten im neuen Schulleistungsvergleich

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Bildungsexperte Dr. Frank Mentrup: „Solange Baden-Württemberg weiterhin riesige Potenziale in den bildungsfernen Schichten verschenkt, wird der Spitzenplatz bald in Gefahr geraten“

Licht, aber auch Schatten erkennt die SPD-Landtagsfraktion in den Ergebnissen der neuen ländervergleichenden Schulleistungsstudie für Baden-Württemberg. Große Sorge bereitet SPD-Bildungssprecher Dr. Frank Mentrup die immer noch bestehende eklatante Ungleichheit bei den Bildungschancen im Schulsystem des Landes. „Solange Baden-Württemberg weiterhin riesige Potenziale in den bildungsfernen Schichten verschenkt, wird der Spitzenplatz im Ländervergleich bald in Gefahr geraten“, sagte Mentrup.

Verwundert zeigte sich der SPD-Politiker im Lichte der neuen Befunde über die Einschätzung von Kultusministerin Schick, dass sich die soziale Kluft in Baden-Württemberg verringert habe. „Von einem echten Fortschritt bei diesem entscheidenden Mangel im baden-württembergischen Schulwesen kann nicht die Rede sein“, unterstrich Mentrup. Die Chance, als Kind aus einer bildungsfernen Schicht ein allgemeinbildendes Gymnasium zu besuchen, sei in Baden-Württemberg um den Faktor 6,6 geringer als für Kinder des Bildungsbürgertums. Zwar böten Berufliche Gymnasien Umwege zum Abitur, doch diese seien chronisch überlaufen und blieben somit vielen lernwilligen Schülerinnen und Schülern verschlossen.

Zudem sei die Studie lediglich ein Vergleich der besten 80 Prozent der gewählten Jahrgangsstufe. Nur diejenigen Neuntklässler hätten an der Untersuchung teilgenommen, die vorher angaben, mindestens einen mittleren Abschluss anzustreben. Haupt- und Förderschüler kämen daher in der Untersuchung kaum vor. „Bei einer solchen Ausgangslage sonnt man sich in einem Erfolg, der 20 Prozent der schwächsten Schüler offenbar schon abgeschrieben hat“, gab Mentrup zu bedenken.

 
 

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